Wieso ist Lebensmittel retten so wichtig?

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Eines unserer Ziele ist es, Lebensmittel vor der Tonne zu retten.
Aber wie funktioniert das Ganze eigentlich und wieso ist dieser Ansatz so wichtig?

 

Jahr für Jahr landen in Deutschland rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Wert von circa 25
Milliarden Euro im Müll. Um diese Menge zu transportieren, sind 440.000 Sattelschlepper notwendig. Hintereinander gestellt, ergibt das die Strecke von Oslo nach Lissabon und zurück! Zur Verschwendung tragen alle bei: Hersteller, Landwirtschaft, Handel und Verbraucher. In der Landwirtschaft werden Erzeugnisse, die nicht marktfähig sind untergepflügt, weil sie in Form, Farbe oder Größe abweichen oder zu niedrige Preise erzielen. Der Handel entsorgt Lebensmittel kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Bäckereien bieten Brot vom Vortag häufig nicht mehr an, sondern werfen es weg. In Kantinen müssen Buffetreste aus hygienischen Gründen entsorgt werden und Verbraucher kaufen oder kochen zuviel oder lagern Lebensmittel falsch. Der verschwenderische Umgang mit Lebensmitteln wirkt sich negativ sowohl auf die Umwelt und die Ressourcen als auch die Versorgung vor allem der Bevölkerung in den ärmeren Ländern aus. Mit jedem weggeworfenen Lebensmittel ist ein hoher Verbrauch an Energie, Wasser und anderen Rohstoffen in der Kette vom Anbau bis zum Handel verbunden. Beispielsweise werden für die Menge der weggeworfenen Lebensmittel knapp 30 Prozent der weltweit verfügbaren Anbauflächen unnötig „genutzt“.*

 

Was allein in Haushalten weggeworfen wird, zeigt die folgende Grafik:

Quelle: Cofresco 2011

 

 

Täglich landen so weltweit mehrere Tonnen an Lebensmitteln im Müll – ein Drittel aller produzierten Lebensmittel weltweit – einige Firmen produzieren mittlerweile sogar nur noch für die Tonne, weil es häufig günstiger ist die Lebensmittel zu vernichten, als die Maschinen abzustellen. Aber nicht nur Firmen vernichten täglich sondern auch Supermärkte. Alles was am Ende des Tages nicht mehr schön anzusehen ist landet in der Tonne. Um dafür zu sorgen, dass ein paar Kilo weniger täglich im Müll landen gehen wir Kooperationen mit Supermärkten ein und kaufen die “hässlichen“ Gemüsesorten und Bananen vergünstigt ein. Eben diese eigentlich noch frischen Lebensmittel landen sonst in der Tonne, nur weil die Gurke nicht gerade ist oder die Banane braune Flecken bekommt, denn vielen Menschen fehlt leider das Verständnis für Lebensmittel. Häufig ist man der Meinung, eine braun werdende Banane ist schlecht und nicht reif.

Wir wissen, dass diese Lebensmittel genau so frisch, gesund und lecker sind wie alle anderen und deshalb verwenden wir die geretteten Lebensmittel in unseren Smoothies und Bowls. Aus einer krummen Paprika wird zusammen mit ein paar Bohnen und Mais ein leckeres Chili und auch krumme Gurken finden bei uns ein neues Zuhause. Die verpönten Bananen werden im Café eingefroren und zu Smoothiebowls oder erfrischendem Eis verarbeitet. Diese Vorgehensweise ist nicht nur gegen das Verschwenden und für die Umwelt sinnvoll sondern auch für eure Geldbörse! Wir können euch die Bowls so zu einem vergünstigten Tagespreis anbieten. Außerdem werden wir Mitglied der Too Good To Go-Datenbank über die man sich für kleines Geld am Abend nochmal eine Bowl füllen kann. Schlussendlich übrig gebliebenen und unverarbeitete Lebensmittel werden an das lokale Foodsharing gespendet.

Wem der Besuch in unserem nachhaltigen Café noch nicht genügt, der kann sich auf der Seite der deutschen Organisation Foodsharing selbst auch aktiv gegen das Lebensmittel verschwenden einsetzen!

 

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* Quelle: Deutsche Verbraucherzentrale
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